Von der Teepflanze in die Teetasse (2/3)

Aktualisiert: 28. Sept 2019


Heute möchte ich Euch den zweiten Teil der Reihe "Von der Teepflanze in die Teetasse" präsentieren, solltet ihr den ersten Teil verpasst haben, könnt ihr Euch sehr gerne nochmals in die Thematik einlesen, insofern ihr es noch nicht getan habt.


https://www.teamasterleroy.com/blog/von-der-teepflanze-in-die-teetasse-1-3


Über die Geschichte und die unterschiedlichen Teepflanze(n) berichtete ich bereits im vorherigen Teil.

In diesem Bericht durchlaufe ich mit Euch die orthodoxe Teeherstellung, die traditionelle Methode hochwertige Tees und Aromen in die Tasse zu bringen.


Der Unterschied zwischen grünem und schwarzem Tee ist die Fermentation,

eine Reaktion mit Sauerstoff, die nach dem Rollen angestoßen wird,

aber dazu gleich mehr.



Zunächst werden die Teeblätter nach dem "Two leaves-one bud-Prinzip" gepflückt, das heißt die Pflückerinnen auf den Plantagen trennen die oberen zwei Blätter und die Knospe der Teepflanzen ab und sammeln diese in einem Korb(siehe oben).

Der Prozess der Teeverarbeitung hat begonnen, diesen möchte ich Euch jetzt näherbringen.


Den Unterschied zwischen grünem und schwarzem Tee habe ich Euch oben erneut erklärt, die meisten kennen ihn bereits aus den vorherigen Berichten.

Schwarzer Tee, genauso wie Oolong und weißer Tee fermentiert, reagieren also mit Sauerstoff, wo hingegen Letztere nur teilfermentiert und zufällig fermentiert sind.

Dazu aber in den nächsten Teilen der Reihe mehr.


Nach dem Pflücken wird das Teeblatt zunächst gewelkt, verliert 60% seiner Feuchtigkeit, sodass es besser bearbeitet werden kann.

Auf dem oberen Bild ist ein solcher Welktrog, direkt von der Tea Master Sri Lanka Reise, sehr gut zu erkennen.

Beim zweiten Schritt wird das Teeblatt "gerollt", die Zellwände werden aufgebrochen und Zellsaft tritt aus.

In China nennt man diesen Vorgang sehr oft "Fixieren".


Das Rollen geschieht in großen Rollatoren und ist der "letzte gemeinsame Schritt" von Grün-und Schwarztee.


Jetzt kommt es zur "Fermentation", der Reaktion mit Sauerstoff, ähnlich wie bei einem Apfel, den man aufschneidet, der nach einiger Zeit braun wird.

Bei der Produktion von Grüntee wird die Fermentation gestoppt.

Für alle, die sich nochmal belesen wollen, am Beispiel des Grüntees Matcha:


https://www.teamasterleroy.com/blog/matcha-das-japanische-gr%C3%BCnteepulver


Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten, die offiziell anerkannt praktiziert werden:

-die chinesiche Methode

-die japanische Methode



Die Hitze inaktiviert die Enzyme und stoppt somit weiteres Austreten des Zellsaftes, wobei der Tee fermentieren könnte.


Aufgrund des leichten "Anrösten" weist der chinesische Grüntee immer eine leicht bräunliche Farbe auf.

Japanischer Grüntee hingegen hat eine hellgelb-leuchtende Farbe ohne solche "Röstaromen".


Jetzt fragt ihr Euch mit Sicherheit, wie das kommt...

Schauen wir uns zusammen die japanische Methode an..



Bei der japanischen Methode werden die Teeblätter mit heißem Dampf bearbeitet, der ebenfalls die Enzyme inaktiviert.


https://www.keiko.de/wissen/anbau-und-verarbeitung/verarbeitung



Dieser Vorgang ist deutlich schonender und bildet keinerlei Röstaromen.


Ein japanischer Grüntee zeichnet sich durch eine hellgelb-leuchtend-grüne Tassenfarbe aus.

Der Grüntee wird durch grasige, frische Noten manifestiert und bildet ein stabiles Grundgerüst für gesunde Speisen.


Wie entsteht Schwarztee?

Diese Schritte müssen bei der Schwarztee-Produktion nicht beachtet werden.

Um es für Euch verständlicher zu machen, hier eine kleine Übersicht:


-Pflücken (alle Teesorten)

-Welken (alle Teesorten)

- Rollen/Formen (alle Teesorten)

-Fermentation (Oolong (teilweise), Weiß (zufällig), Schwarz(voll) --> Grüntee siehe oben

-Trocknen (alle Teesorten)

-Sortieren (alle Teesorten)


Nach der Fermentation muss Schwarztee getrocknet und sortiert werden.

Grüntee wird nach der Behandlung mit Dampf, oder dem Rösten im Wok ebenfalls getrocknet, denn hier durchlaufen Grün-und Schwarztee wieder gemeinsame Schritte.


Das Trocknen des Teeblattes hat den entscheidenden Sinn, dass dieser länger haltbar gemacht wird und der Zellsaft an den Blättern antrocknet.


Beim Sortieren wird der fertige Tee nach Blattgradgrößen geordnet.


Schwarzer Tee weist meist eine kupferbraun, braungoldene Farbe auf.


Im nächsten Teil der Reihe geht es um weißen Tee und Oolong und dabei verrate ich Euch, welchen Tee Ich persönlich favorisiere.


Ihr könnt Euch schon auf den nächsten Bericht freuen..


Ganz herzlich grüßt Euch


Tea Master Leroy

Leroy Henze, 24

Jüngster Tea Master Gold 2018

Ernährungsberater/Nutrition Coach

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