Von der Teepflanze in die Teetasse (1/3)

Aktualisiert: 28. Sept 2019

In den vergangen Blog's wurde viel über die verschiedensten Tea Master Kreationen und Möglichkeiten mit dem Tee berichtet.


In einer kleinen Blogserie, bestehend aus drei Teilen, möchte ich mit Euch den Weg von der Teepflanze in die Teetasse gehen, sodass Ihr ein Gefühl dafür bekommt, wie lang dieser sein kann.


Im ersten Teil der Serie starte ich mit der Geschichte der Pflanze selbst und gehe dann auf die verschiedenen Teepflanze(n) ein und erläutere die Unterschiede derer.


Wie startet die Geschichte der Teepflanze?


Im Jahr 2737 v.Chr. saß ein gewisser chinesicher Kaiser "Shennong" laut einer Überlieferung mit einer Tasse heißem Wasser unter einem Teebaum, von dem zufälligerweise ein Teeblatt in seine Tasse fiel.


Er trank sein "Heißgetränk" genüsslich, verspürte aber eine sinnliche Wirkung und wunderte sich über das relativ große Blatt im Wasser.


Er ließ den Baum, der sich später als "Teebaum" rausstellte, sichern und war fortan faszinierter "Teetrinker."


Der Grundstein für den Teegenuss war gelegt, aber es dauerte viele weitere Jahre bis sich die Teekultur im asiatischen Raum durchsetzen konnte.


"Cha Jing", das Buch vom Tee, kommt erst 760 n.Chr, auf den Markt und ist die erste sogenannte Teebibel, geschrieben und verfasst während der Tang-Dynastie.

"Die Tang-Dynastie war eine chinesische Kaiserdynastie, die von 618 bis 907 an der Macht war.

Die Zeit der Tang-Kaiser gilt in der historischen Forschung als ein Höhepunkt der chinesischen Geschichte."


-https://de.wikipedia.org/wiki/Tang-Dynastie


Im Laufe der Zeitgeschichte verlor der Tee dennoch etwas an Interesse, das sich aber mit Anbruch der Ming-Dynastie um 1200 n.Chr schlagartig änderte, es wurde die Fermentation, die Reaktion mit Sauerstoff, zu der ich in meiner kleinen Serie definitiv noch kommen werde, entdeckt.

Damit war der Weg für Oolong und Schwarztee frei.


Im 17.Jahrhundert wurden die ersten "Ostindischen Kompanien"gegründet, ähnlich wie eine Hanse später, Gesellschaften aus mehreren Partner, vorwiegend mit den spanisch-portugiesischen Kolonien, die sehr gute Vernetzungen und Kontakte nach Übersee hatten.


Der Tee kommt das erste Mal nach Europa...


Eine ganz entscheidende Rolle spielt hierbei Katharina von Braganza(geb.1638), denn sie heiratete den britischen König Karl II.(geb.1630).


Die Portugiesin präsentierte dem König hervorragende Tees und schaffte es so, ihn von dem Heißgetränk zu überzeugen.

Der Tee kam nach England und die Erfolgsgeschichte nahm seinen Lauf.


Tee als teures Gut:


Der damalige Tee sollte auch aufgrund der hohen Reisekosten und Strapazen ein Luxusgut sein und bleiben, vorwiegend für Adlige, weshalb die Teesteuer auf 119% gesetzt wurde.


Man kann sich vorstellen, dass dies dem bürgerlichen Volk nicht gefiel..


"Am 16. Dezember 1773 enterten verkleidete Mohikaner die im Hafen liegenden Schiffe der East India Company und warfen 342 Kisten Tee über Bord."


https://www.dethlefsen-balk.de/ita/10758/Boston_Tea_Party.html


Diese Tat wurde später als "Boston Tea Party weltberühmt und war im Grunde genommen der Auftakt für den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg.

Die Teesteuer wurde elf Jahre später wieder auf 12,5% gesenkt.


Die Entwicklung des Tees wurde immer rasanter und nach Öffnung des Suezkanals und Anbau von Tee auf Ceylon entwickelte sich der Teegenuss in aller Munde.


Bis heute ist Tee, das nach Wasser am häufigsten getrunkene Getränk der Welt.




Welche Arten von Teepflanze(n) gibt es und wie entsteht ein solcher Tee?


Grundlegend unterscheidet man zwischen Camellia sinensis und Camellia assamica, wobei es auch Kreuzungen, Hybride genannt, gibt.


Camellia sinensis


Die Camellia sinensis, abstammend von der Kamelie, ist ein auf Buschgröße zurückgeschnittener Baum, der bis zu 8 Meter hoch wachsen kann.

Man findet die "sinensis" vorwiegend im asiatischen Raum, rund um China und Japan.


Mit ihrer leichten Frische, Blumigkeit und dem sanften Geschmack, gerne auch für Darjeeling-Tees verwendet, weiß die Pflanze zu überzeugen.


Camellia assamica


Die "Camellia assamica" ist durchaus kräftiger, malziger im Geschmack, stammt vorwiegend aus dem Assam Gebiet im Nordosten Indiens und wird für starke Tees verwendet.

Die Pflanze wird auch schon mal bis zu 20m hoch.


Die Pflanze(n) haben wir nun, doch wie wird jetzt aus der "Camellia sinensis" oder "assamica" das überall beliebte Aufgussgetränk:


Wie auch schon in meinen vorherigen Blog's beschrieben, konnte ich auf Sri Lanka tolle Eindrücke als Tea Master auf einer Teeplantage sammeln und möchte diese bei der Herstellung des Tees mit Euch teilen.


Hier geht es nochmal zu meinem Sri Lanka-Bericht:

https://www.teamasterleroy.com/blog/a-short-but-successful-trip-to-sri-lanka-march-2018



Wie genau die Herstellungsprozesse aussehen, wie sich der Unterschied in der Farbe und im Geschmack darstellt, werde ich im nächsten Teil ausführlich beschreiben.


Damit ihr Euch schon heute auf den nächsten Teil der Reihe freuen könnt, erfahrt ihr jetzt schon, dass es sich im zweiten Teil unter anderem um die Herstellung von grünem und schwarzen Tee geht.


Des Weiteren erkläre ich Euch, inwiefern die Fermentation bei einer Grüntee-Herstellung gestoppt wird, um zu verhindern, dass dieser mit Sauerstoff reagiert.


Außerdem berichte ich über die nächsten Schritte bei der Teeproduktion und ein kleiner Ausblick für den dritten und letzten Part gibt es dann auch noch dazu.


Ich wünsche Euch eine tolle Woche und viel Spannung bis zum nächsten Teil der Reihe.


Tea Master Leroy

Leroy Henze, 24

Jüngster Tea Master Gold 2018

Ernährungsberater/Nutrition Coach

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