Tee lesen lernen

Aktualisiert: 17. Sept 2019

Die Methode des Tee-Lesens von Grün-bis Schwarztee



Im letzten Blogbeitrag habe ich Euch im wesentlichen mehrere Grüntees vorgestellt, die ich persönlich sehr toll finde.

https://www.teamasterleroy.com/blog/berlin-tea-festival-meets-gr%C3%BCntee


Diese Woche beschäftigen wir uns mit einem Thema, welches mir sehr am Herzen liegt, da ich vor meiner Tea Master Ausbildung damit immer selbst Probleme hatte.


Welche verschiedenen Blattgrade gibt es und wie unterscheiden diese sich.

Natürlich gibt es, wie bei fast allen Dingen Preis-und Leistungsunterschiede, jedoch strukturiere ich das beim Thema Tee etwas herunter.


Prinzipiell unterscheidet man zwischen Blatt-Tee, Broken, Fannings und Dust(Qualität von hochwertig bis minderwertig).


Heutzutage findet man in renommierten Teehäusern fast nur noch Blatt- und Broken-Tee.


Ohne jetzt überheblich und eingebildet klingen zu wollen, aber als Tea Master trinkke ich auch eigentlich nur die oberen beiden Kategorien.


Der Blatt-Tee besteht, wie der Name bereits andeutet, aus den unbeschädigten Teeblättern, wo hingegen der Broken Tee maschinell zerkleinert wurde.


Ein Broken-Tee findet Ihr meist in den Hotels zum Frühstück, ob in Beuteln oder auch lose, da dieser ergiebiger ist und dementsprechend, im Vergleich zum Blatt-Tee, weniger Tee verwendet werden muss.


Eine weitere Deklination(hoffe dieses Wort gibt es :) ) seht Ihr im folgenden Bild.

Ähnlich wie beim Whisk(e)y könnt Ihr Euch merken:


Je mehr Buchstaben, desto besser und feiner ist der Tee.

Kommen wir auch schon zur Erklärung dieser doch sehr kompliziert wirkenden Beschreibung.




Im Allgemeinen reicht die Spannweite von OP-Orange Pekoe bis SFTGFOP- Special Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe, dem sogenannten "Top of the Top".


Orange im Begriff Orange Pekoe hat leider nichts mit einem Orangenflavour zu tun, kommt nur von der Bezeichnung des ehemaligen niederländischen Königshauses.

Ein Orange Pekoe besteht meist aus sehr langen, feinen, spitzen Tees, der als "Standard Tee" gilt.

Blatt Tees dieser Qualität bringen eher eine herbe Note zum Vorschein und kristallisieren erst am Ende eine frische, süße Note heraus.


Der Flowery Orange Pekoe ist etwas blumiger und hat durchaus sehr lange Teeblätter.

Er weist wenig Tips(Spitzen) auf und ist ein solider Tee.


Je mehr Buchstaben dazu kommen, desto interessanter wird es.

So auch beim nächsten Tee, der zu gleichen Teilen aus langen Teeblättern und Blattspitzen besteht und sich Golden Flowery Orange Pekoe nennt.

Zum Vergleich habe ich Euch hier ein Bild eines Dust-Tees mitgebracht, bei dem man unschwer erkennen kann, dass es sich weniger um feine Blattspitzen oder ähnlichem handelt.

Diese Kategorie von Tee gilt einzig und allein der Ergiebigkeit und hat relativ selten Lichtblicke im Aroma.

Da muss man selbst als Tea Master schon suchen.


Der nächste Tee, den ich Euch präsentiere geht aber wieder in die richtige Richtung und nennt sich Tippy Golden Flowery Orang Pekoe.

Dieser weist den häöchsten Anteil kleiner sogenannter Tips auf, die eine schöne, frische, süße, angenehme Nuance einbringen.


Sehr sehr gerne gesehen...

Kennt Ihr den hochwertigsten Tee von der Qualität her?


Der Finest Tippy Golden Flowery Pekoe ist blattgrad-qualitativ gesehen der hochwertigste Tee, der auch hiermit eine Frische, Blumigkeit und sensible Sensorik manifestiert, von der man sonst nur träumen kann.


Das Top of the Top Produkt mit allerhöchster Qualität finden sich natürlich im Special Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe wieder, aber dieser Tee darf nur den allerhöchsten Standards und Qualitätsansprüchen gerecht werden...


Bei der Beschreibung und Einstufung von Broken Tee wird dem ganzen ein "B" vorgesetzt, sodass jeder weiß, dass es sich um maschinell zerkleinertes Produkt handelt, welches verständlicherweise nicht mit dem Blatt-Tee verglichen werden kann.


Bei einem Ceylon oder Assam Bar werden oft Broken Tees verwendet, die aber keineswegs an Aromatik verlieren und im Geschmack einbüßen.


Achtet doch bei Eurem nächsten Hotelbesuch, oder bei der nächsten Teeladenexkursion auf die Beschreibung und Erklärung der Blattgrade, vielleicht ist einiges viel klarer geworden.


Ich hoffe ich konnte Euch das große Imperium etwas näherbingen und wünsche Euch eine erfolgreiche Woche und einen besinnlichen zweiten Advent.


In den nächsten Wochen könnt Ihr Euch auf spannende Themen, wie z.B ein Interview, einen Tee aus dem hohen Norden, eine vorweihnachtliches Special, u.v.m. freuen.


Zum Abschluss vielleicht noch eine chinesische Volksweisheit von mir:

"Der erste Aufguss ist für den Geschmack, der zweite Aufguss für den Genuss, der dritte Aufguss für die Optik und der vierte Aufguss für die Entspannung."


In der Zwischenzeit könnt Ihr gerne immer mal wieder auf meinem Instagram Account vorbeischauen und immer am Ball bleiben.

https://instagram.com/leroy_henze/?hl=de


Bis dahin

Tea Master Leroy

Leroy Henze, 24

Jüngster Tea Master Gold 2018

Ernährungsberater/Nutrition Coach

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