Tea Master's Rosengarten

Aktualisiert: 19. Sept 2019

Eine Schritt für Schritt-Anleitung für den vollsten Teegenuss


In diesem Blogbeitrag habe ich Euch etwas ganz Besonderes mitgebracht, denn anlehnend an die Matcha-Set Bewertung aus der vorletzten Woche möchte ich heute einen Grüntee auf Sencha Basis bewerten.

Vielen Dank für die zahlreichen Kommentare, Bewertungen und Hinweise, die ich erhalten habe.

Ohne eine solche Community wäre es schwer, denke ich.

Zurück zum heutigen Thema:


Ich hoffe Ihr erinnert Euch noch, um welchen Tee es sich bei einem Sencha handelt, falls nicht, hier noch einmal ein Link


https://www.teamasterleroy.com/blog/sencha-ein-besonders-gew%C3%B6hnlicher-gr%C3%BCntee-teil-i-2


Der Sencha, den ich heute für Euch ausprobieren möchte, stammt von einem Leser, der mir diesen zuschickte und schrieb, ich solle ihn "bewerten".

Doch ein Tea Master bewertet nicht nur, er analysiert und so habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, dazu noch ein kleines Gericht fertigzustellen.


Grüntee im Test

Der Sencha Rosengarten stammt von der Firma Ankerkraut, die sich auf den ersten Blick eher mit Gewürzen auseinandersetzen.


Die "Verpackung" und "Lagerung" des Tees ist bereits optimal und lässt ein gutes Produkt versprechen.

Der Sencha Rosengarten ist eine aromatisierte Grünteemischun auf Sencha Basis.

Folgende Zutaten sind laut Homepage noch in dem Tee zu finden:

https://www.ankerkraut.de/


ZUTATEN

grüner Tee (89 %), Aroma, gefrier-getrocknete Erdbeerstücke, rote Rosenknospen (3%), gelbe Rosenknospen (3%), Malvenblüten, Sonnenblumenblüten


Teeblatt

Der Sencha obliegt bei mir als Tea Master natürlich einer kritischen Analyse, doch zunächst muss ich sagen, dass das Teeblatt des Senchas hervorragend aussieht.


Ein tolles grobes, feines, sehr breit nadeliges Blatt, welches sind im Aroma hoffentlich widerspiegelt.

Im Geruch ist der Tee bereits ziemlich süßlich, riecht aber nicht unangenehm oder penetrant.



Jeder von Euch fragt sich jetzt bestimmt, wie ich solch einen Tee mit einer Speise verbinde?!

Ich starte zu Beginn mit der Zutatenauswahl und entscheide mich für Salatherzen zu Beginn/Basis.

Diese haben einen neutralen Charakter und eignen sich super als Grundlage für solch ein Foodpairing.


Der Sencha ist als Grüntee klassischerweise auch der Tatsache verfallen, dass dieser relativ schnell Gerbstoffe abgibt und somit eine bittere Note aufweisen kann.

In diesem Tee-Mix wird diese bittere Note mit Fruchtanteil ausgeglichen.


Um bei der Speise auch eine bittere Note zu generieren, habe ich mich für Rosenkohl entschieden, der hervorragend mit dem Salat harmoniert.


Im Prinzip stellt sich oft die Frage, ob Fisch oder Fleisch?!

In den letzten Beiträgen konntet Ihr vermehrt etwas über vegane Restaurants lesen, die auch sehr zu empfehlen waren.

Bei diesem Gericht in Kombination mit dem Tee empfehle ich einen eher leichten Fisch, da ein deftiges Steak oder Fleischstück den Geschmack des Tees übertönen wird.


Natürlich ist dies eine Frage der Prioritätensetzung, denn es gibt auch Genießer, die sich immer ein relativ kräftiges Essen bestellen oder zubereiten und dann mit einem leichten, feinen Tee dagegen arbeiten.

Die Grundlagen der Speise sind gesetzt, schauen wir uns nun den Tee in den letzten Kategorien an.

Der aufgegossene Tee macht einen sehr guten Eindruck, das Teeblatt hat sich entfaltet und ein schönes Aroma abgegeben.


Die Tassenfarbe ist hellgelb, leicht bräunlich schimmernd, was auf einen chinesischen Tee schließen lässt.


Meiner Meinung nach ist die Tassenfarbe(Bild unten) leider etwas zu hell für eine rein chinesischen Tee.

In der Beschreibung und Aufzählung der Ingrediens steht auch leider nur grüner Tee, dass ich sehr schade finde, denn der Tee heißt ja nun mal Sencha Rosengarten.


Im Geschmack habe ich auch die grasigen Noten und einen frischen Geschmack, der vermuten lässt, dass es sich beim Basis-Sencha nicht nur um Sencha handelt.

Zu Beginn des Geschmackstests verspüre ich auf der Zunge eine angenehme grasige, nussige, leicht bittere Nuance, die mir gefällt.

Ich habe den Sencha bei 80°C für 2:30 Min aufgebrüht, da dieser bei einer solchen Temperatur die nussigste Note hervorruft.


Leider verwandelt sich die schöne Seite sehr schnell in eine komplett andere Richtung, in die süßliche.

Ich bin kein großer Freund von aromatisierten Grüntees, das muss ich dazu sagen, aber die Erdbeernote ist mir hier etwas zu signifikant.

Auch die Rosenaromatik ist nicht unbedingt simultan gewählt.


Ist auch hier eine subjektive Meinung, hat nichts mit einer Qualitätsbeurteilung zu tun, denn es wird viele Menschen geben, die Fruchtnoten in klassischen Grüntees hervorragend finden.

Beim zweiten und dritten Aufguss verliert der Sencha sehr sehr schnell an Farbe und geschmacklicher Präsenz, doch man sagt auch hier, dass aromatisierte Tees nicht unbedingt für mehrere Aufgüsse geeignet sind.


Bei der Speise habe ich Couscous und Nüsse hinzugefügt, um dem Duett eine schöne, röstaromige Komponente zu geben.


FAZIT

Alles in allem muss ich sagen, dass die Qualität des Tees gut ist, ein schönes Aroma aufwirft, mir aber etwas zu Blüten-und Fruchtlastig ist (weniger ist manchmal mehr), gerade in Kombination mit schönen Grüntees.


Vielen Dank erneut an den Leser für den Tee zum Testen.

Falls Ihr auch Interesse habt, mir Tee zukommen zu lassen, schreibt mir einfach eine Mail oder bei Instagram.

https://instagram.com/leroyhenze/?hl=de


Ich freue mich bereits auf die nächste Woche und wünsche Euch bis dahin eine tolle, sportliche, gesunde Zeit


Tea Master Leroy

Leroy Henze, 24

Jüngster Tea Master Gold 2018

Ernährungsberater/Nutrition Coach

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