Sommerlicher Winterzauber

Aktualisiert: 28. Sept 2019

Im Sommer sind viele der Meinung, dass eine winterliche Zauberstimmung ganz fern sei, ich zeige Euch, wie ihr der vierten Jahreszeit jetzt schon etwas entgegenkommen könnt.


In diesem Blog geht es nicht um Weihnachtsdekoration, Plätzchen backen oder Adventskalendertürchen öffnen, ich präsentiere Euch als Tea Master einen Tee, den jeder selber "blenden" kann, der diese Stimmung automatisch mitbringt.


Der Tee heißt Masala Chai und kommt ursprünglich aus der indischen Teekultur, in der Schwarztee in Milch gekocht und danach in kleinen Kesseln serviert wird.


Irrtümlicherweise kennen die meisten "Tee-Experten" einen Chai-Tee als diesen Masala-Chai.

Ich möchte diesen Irrtum hier etwas erläutern und aufklären.

"Masala" heißt wortwörtlich aus dem indischen übersetzt (Gewürz)Mischung und "Chai" ist der Tee.


Tee hat verständlicherweise in den Ländern verschiedenste Übersetzungen, aber der Wortstamm teilt sich in zwei auf.

In Ländern, die ihren Tee per Seeweg erhalten, ist der Wortstamm Tee/Thé/Tea, wo hingegen Länder, die ihren Tee per Landweg erhalten, den Wortstamm Cha/Chai/Chay besitzen.

Ein kurzes Beispiel gebe ich Euch dazu.

Die englische Übersetzung ist tea, die türkische Übersetzung jedoch cay.

England, bzw. Großbritannien erhält ihren Tee per Seeweg, die Türkei aber per Landweg.


Zurück zum heutigen Masala Chai


Es gibt weder ein festes Rezept noch eine spezielle Zubereitungsmethode für Masala Chai, jede indische Familie hat ihr eigenes.

Die Grundkomponenten jeder Zubereitung sind starker Schwarztee, der keinen zu starken Eigengeschmack hat, der die Gewürze später überdeckt, Zucker und Milch.

Hinzu kommen dann Gewürze wie Zimt, Ingwer, schwarzer Pfeffer, Kardamom und Nelken.


Was benötige ich für den Masala Chai?


Einkaufsliste:

- 200g starker Schwarztee (ich nehme hierzu einen English Mix/Ceylon Tee)

- eine Ingwerknolle

- eine Zimtstange

- einen halben Esslöffel Nelken

- einen halben Esslöffel Kardamom

- zwei Prisen Pfeffer, am besten Pfefferkörner


Zu Beginn schneide ich den Ingwer in kleine Scheiben und später dann in kleinere Würfel, um ihn besser trocknen zu können.

Ihr dürft nicht den Fehler machen und nassen Ingwer in die Mischung reingeben, denn dann kann es passieren, dass der Tee aufgrund der Feuchtigkeit arbeitet und oxidiert oder gar fermentiert und am Ende schimmelt.


Auf einem Backblech mit Backpapier ausgebreitet, geht es nun für knapp 40 min bei 200°C in den Backofen.

Ein kleiner Tea Master Tipp von mir ist, dass ihr ein wenig Öl über den Ingwer gebt, das gibt dem Ganzen eine schönere Note.

Zwischendurch ist es von großem Vorteil über den Ingwer zu schauen, nicht, dass er euch vertrocknet, jeder Ofen ist anders.


Während der Ingwer im Ofen ist, machen wir uns an den restlichen Part des Blends, wir nehmen den Schwarztee eurer Wahl, ich habe einen English Mix/Ceylon verwendet, da dieser eine fruchtige und runde Note aufweist und mit seiner leicht eisenhaltigen Nuance gut zu den Gewürzen passt.

Ihr könnt aber gerne auf einen Assam oder Keemun, einen chinesischen Schwarztee, umsteigen.

Einen Darjeeling würde ich hier als Tea Master keinesfalls verwenden, da dieser schlichtweg zu blumig ist.


Der Schwarztee wird mit den oben genannten Zutaten in einer größeren Schüssel vermengt und gut durchmischt.


ACHTUNG:

Bitte verwendet auch hier keine nassen oder feuchten Gegenstände, die mit dem Tee in Verbindung kommen !!


Sind die Zutaten nun in der Schüssel vermengt, schauen wir nach dem Ingwer, der zeitnah fertig getrocknet sein sollte.

Ist dies der Fall legen wir ihn auf einem weiteren Papier oder Blech aus und geben ihm ein bissche Zeit sein Aroma komplett zu entfalten und weiter zu trocknen.


Derweil könnte man sich schon um die Beilage oder das winterlich-weihnachtliche Gebäck kümmern, aber da sind eurer Fantasie keine Grenzen gesetzt.



Nun sollte alles, im wahrsten Sinne des Wortes in trockenen Tüchern sein :)

Ich gebe Euch den ultimativen Tea Master Tipp, dass ihr zunächst eine Probiertasse aufbrüht und evaluiert,ob die Würze, die Schärfe und Geschmack für Euch gut sind.


Ist dies der Fall, ist Euer erster Masala Chai fast fertig, denn nun könnte man noch einen Schritt weiter gehen und ihn in Milch aufkochen lassen und dann fertig servieren.

Ich sage ganz ehrlich, mir schmeckt er pur sogar am liebsten, denn nur so zeigen die Gewürze und der Tee ihre wahre Entfaltung.


Gibt man Milch oder gar Zucker zum Tee dazu, nimmt man stets Kraft heraus, das heißt, dass ich ihn schwächer mache.

Bei warmer Milch und Zucker wird der Tee um einiges süßer, denn aufgrund der gespaltenen Milchzucker wird eine Süße zugefügt.


Welche Speisen passen zu diesem Tee?

Zum Abschluss möchte ich Euch noch einige Tipps geben, welche Speisen zu diesem hervorragenden Masala Chai passen.

Hervorragend passen würden zum Beispiel Speisen mit Apfel, Vanille, oder auch Lavendel, denn in der Weihnachtszeit sieht man sehr viele kombinierte Gerichte mit Apfel und Zimt, da beide eine Süße, aber auch eine spannende Würze aufweisen.

Vanille und Zimt passen definitiv immer, aber auch die Nelken harmonieren dazu.


Ich wünsche Euch viel Spaß beim ersten Tee "blenden", über Speisenvorschläge in Kombination mit dem Masala Chai würde ich mich außerordentlich freuen.


Sendet mir einfach eine E-Mail an leroy.henze@gmail.com oder schreibt mir auf Instagram leroy_henze https://instagram.com/leroy_henze/?hl=de und mit etwas Glück bringe ich einen separierten Beitrag über Eure leckeren Ideen.


Tea Master Leroy


Leroy Henze, 24

Jüngster Tea Master Gold 2018

Ernährungsberater/Nutrition Coach

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