Sencha, ein besonders gewöhnlicher Grüntee Teil I/2

Aktualisiert: 25. Sept 2019

Kennt Ihr das Gefühl, Ihr sitzt am Sonntagnachmittag mit Freunden, Familie, oder Bekannten in gemütlicher Runde und debattiert über die verschiedensten Themen?


Einfach ein tolles Gefühl, da es sich im Leben eines Tea Masters nicht nur um Tee dreht, aber doch schon sehr entscheidend :)


Wir sprachen über die verschiedensten Grüntees, der Herkunft, den Namensgebungen, u.v.m.


Aus meinen letzten Blogbeiträgen konntet Ihr hoffentlich viel zum Thema Tee im Allgemeinen, Grüntee im Spezifischen und auch zu den kleinen, aber feinen Anekdoten mitnehmen.


Als Tea Master Gold freut es einen immer außerordentlich, wenn man Gäste (im Hotel), oder Menschen mit seinem Wissen über Tee begeistern kann.

Doch es gibt nichts schlimmeres, als Personen etwas erklären zu wollen, man dann aber auf Desinteresse stößt…


Lange genug der Vorrede, widmen wir uns heute zusammen einem großartigen Tee, der oft als „Standard“ Grüntee verwendet wird.


Ich habe hierzu eine neue Serie ins Leben gerufen, die sich in zwei spannenden Teilen damit beschäftigt, dass ich Euch den Sencha, ein hervorragender Grüntee, näher bringe.

Von der Herkunft, über den Anbau, bis hin zum Gesamtkonzept in der Tasse und welche Speisen ich dazu verwenden würde.




Herkunft/Anbau Grüntee Sencha

Der „Sencha“, was so viel wie „gewöhnlicher Tee“ bedeutet, ist ein sehr frischer, feiner Grüntee, dessen besonderes Merkmal das außerordentlich gleichförmige Teeblatt ist.

Über 75% der angebauten Tees in Teegärten in China ist Sencha.


Für grünen Tee gibt es in Japan, wie auch in China, verschiedene Anbaumethoden.

Ein klassischer Sencha stammt von offenen Feldern (roten en), die volles Sonnenlicht erhalten.


Wie Ihr in den vorherigen Berichten gelernt habt, unterscheidet er sich dadurch von anderen Teesorten, wie z. B. Gyokuro, da diese bei einer geringeren Sonneneinstrahlung (oiishita en) wachsen.




Einige von diesen Grüntees werden dann nämlich für einen gewissen Zeitraum beschattet, um einen höheren Koffeingehalt zu erzeugen.

Sencha wird traditionell in drei verschiedenen Ernteperioden gepflückt:


Ichibancha (April - Mai)

Nibancha (Juni - Juli)

Sanbancha (August)


Der Unterschied zwischen Grün-und Schwarztee ist, wie Ihr wisst, die Fermentation, also die Reaktion mit Sauerstoff:




Tea Master Tipp Grüntee Sencha:

Ihr schneidet einen Apfel in zwei Hälften, lasst ihn eine kurze Dauer liegen,

was passiert ?

Richtig: Er wird braun.


Das „Stoppen des Fermentationsprozesses geschieht in China mit Wokpfannen(leichtes rösten, weshalb der Tee auch einen bräunlichen Farbanstrich erhält) und in Japan mit Dampf.




Demnach werden die Grüntees in Japan deutlich heller, schon fast leuchtend..

Mit seiner relativ breiten Form bietet es Platz für ein volles Tea Master Tee- Aroma.

Eine sehr lustige Geschichte ist, dass einige Leute ungern Grüntee trinken, da er ihnen oft zu „bitter“ schmeckt.


Das kann natürlich mehrere Faktoren haben.

Zum einen die Gerbstoffe, also Bitternoten, die bei Grüntee schneller abgegeben werden, zum anderen eine falsche Zubereitung.


Zubereitung Grüntee Sencha

Klassischerweise wird Grüntee bei einer Wassertemperatur von 75-80°C aufgebrüht, damit sich das komplette fruchtig, frische, oft auch nussige Aroma am schönsten entfalten kann.


Der Grüntee, bei dem es dann natürlich auf die jeweilige Sorte ankommt, wird für 2-3 Minuten ziehen gelassen.


Bei einer zu bitteren Empfindung des Geschmacks kann es natürlich eine prinzipielle Ablehnung gegen Grüntee sein, es kann aber auch an einer zu hohen Wassertemperatur, genauso wie einer zu langen Ziehzeit liegen.





Wirkung Grüntee Sencha

Je nach Sorte variiert die Wirkung natürlich, doch Grüntee im Allgemein regt den Stoffwechsel an und hilft somit beim Abnehmen.


Es sollte aber jedem bewusst sein, dass ein gesunder Lebensstil nicht unumgänglich ist.

Des Weiteren ist Grüntee gut für den Fett- und Eiweißstoffwechsel, genauso wie für das Blut,die Venen, und auch für die Bauchspeicheldrüse.


Grüntee, insbesondere der Sencha, stärkt das Immunsystem und ist sehr magenfreundlich.


Natürlich gibt es auch hier gewisse Grüntees, die einen noch viel höheren Koffeingehalt mit sich bringen, was eine nicht mehr so magenfreundliche Wirkung bringt.

Aber wie sagt man so schön: „Zu viel von einer Sache, ist auch nicht gut“…



Ein echter Tea Master Tipp zum Grüntee Sencha:

Im Sommer ist ein Sencha auch eine tolle Variante (auch warm), denn dieser reguliert die Temperatur im Körper und verhindert das große Schwitzen.


Definitv auch als Eistee sehr beliebt…


Es ist aber leider so, dass jedes Lebensmittel bei jedem Menschen anders wirkt, deshalb treffe ich, gerade im Hotelwesen keine Wirkungsaussagen, denn hier könnte es zu anderen Wirkungsweisen und Varianten kommen.


Fazit Grüntee Sencha:

Alles in allem möchte ich mit diesem Blogbeitrag zeigen, dass Sencha, auch wenn es ein „gewöhnlicher Grüntee“ ist, ein ganz ausgezeichneter ist und alle mal mit Spitzentees wie Gyokuro und Matcha(Pulver aus Gyokuro,Sencha und Tencha) mithalten kann.


Aber wie bei so vielen Dingen kommt es natürlich auch hier auf die jeweilige Qualität an.

Im nächsten Teil der Serie werde ich Euch das praktische Kombinieren von Sencha mit Speisen näher bringen und detaillierter auf Aromenentwicklung eingehen.


Bis dahin, bleibt sportlich und gesund


Tea Master Leroy

Leroy Henze, 24

Jüngster Tea Master Gold 2018

Ernährungsberater/Nutrition Coach

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