"Meine Tea Master Eistee-Anleitung"

Aktualisiert: 28. Sept 2019


Nicht nur in diesem Sommer ist ein frischer Eistee sehr gefragt.

Speziell bei hohen Temperaturen gibt es nichts schöneres als ein kühles Glas mit fruchtig-frischen Aromen.


Ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass ich als Tea Master keine "Fertig-Eistees" empfehle, denn diese haben, neben dem viel zu hohen Zuckeranteil, leider nicht viel mit Tee gemeinsam.


In diesem Blog zeige ich Euch anhand einer "Schritt-für-Schritt-Anleitung" wie ihr es schafft, einen frischen Eistee zu zaubern.


Wie ist Eistee entstanden?

1904 sollte der Engländer Richard Blechynden auf der Weltausstellung in St.Louis die Amerikaner von Schwarztee überzeugen, da diese bis dahin nur Grüntee kannten.

Aufgrund der enormen Hitze in einem "Rekordsommer" 1904, konnte er die Menge nicht von Schwarztee überzeugen und kühlte diesen dann mit Blei-Rohren ab.


Nach dem Abkühlen war der "Eistee" geboren und entwickelte sich auf der Weltausstellung zu einem Verkaufsschlager.


Den Unterschied zwischen Grün- und Schwarztee habe ich Euch hier erklärt...

https://www.teamasterleroy.com/blog/toller-besuch-eines-japanischen-tee-caf%C3%A9s-in-berlin

Eistee ist "nur" Tee und Eis?!

Die Basis des Eistees ist logischerweise Tee, aber zu Beginn wird dieser in doppelter Menge, je nach Ziehzeit und Wassertemperatur, aufgebrüht.

Schwarztee wird mit 100 Grad Celsius heißem Wasser aufgegossen und drei bis fünf Minuten ziehen gelassen.


Grüntee gibt Gerbstoffe schneller ab und muss deshalb bei 80°C für zwei bis drei Minuten ziehen.

Je mehr Gerbstoffe der Tee abgibt, desto bitterer wird er.


Wie mache ich aus meinem Tee nun einen Eistee?

Ist der Tee fertig aufgebrüht und gezogen, müssen wir ihn kurz abkühlen lassen.

"Kurz" ist eine dehnbare Zeitangabe meinserseits, aber es geht darum, dass das Eis bei sofortigem Hineingeben direkt schmilzt und den Tee um einiges mehr verwässert als gewünscht.


Wenn wir aber einen Augenblick warten, ist der Tee etwas abgekühlt und wir verringern das Risiko, dass er direkt verwässert.

Ihr organisiert Euch zwei hitzebeständige Behälter(Tasse oder Edelstahlbecher genügen) und füllt in einen davon eine handvoll Würfeleis ein.


Der Tee wird in den Behälter ohne Eis gegeben und unter kräftigem Rühren dann in den Zweiten eingefüllt.

Das Eis wird schmelzen, aber durch das Rühren der Flüssigkeit verteilt sich die Kälte und der Tee verwässert nicht zu stark.


Demnächst werdet ihr auf meinem Blog Videos, wie zum Beispiel ein solches "Herunterkühlen", oder "Aufschlagen vom Grüntee Matcha, sehen können.


Ist die Flüssigkeit nun kalt genug, gebe ich diese in das Glas, aus dem ich meinen Eistee trinken möchte(siehe Foto oben stehend).


Der Eistee ist fertig oder?

Diese Frage kann ich ganz klar mit NEIN beantworten, denn jetzt kommt der, meiner Meinung nach, spannendste Part.

Jetzt werden der Kreativität keine Grenzen gesetzt, denn die passenden Aromen können nun mit dem Tee kombiniert werden.


Wie gehe ich als Tea Master vor?

Ein sehr wichtiger Punkt ist die Balance zwischen Süße und Säure, denn auch dieser Eistee muss eine Süße aufweisen(nicht dieselbe wie bei "Fertig-Eistees").


Süße Nuancen erhalte ich durch flüssigen Zucker(in gleicher Wassermenge eingekocht), Zimt, Sirup oder Früchte.

Säuerliche Noten findet man vor allem in Obst.


Ich habe mich bei diesem Beispiel für folgende Zusammensetzung entschieden:

-Sencha-Grüntee als Grundbasis (sehr nussig-frische Noten)

-2cl frisch gepresster Limettensaft

-1cl frisch gepresster Orangensaft

-zwei Scheiben Gurke

-drei Blätter Minze

-einen dash(Barsprache für Spritzer) Mangosirup (welchen ihr nehmt, ist euch überlassen, ich habe "Riemerschmid Bar Mango-Sirup" verwendet)

-zwei Himbeeren


Der frisch gepresste Orangensaft verleiht dem Eistee in Kombination mit dem Mangosirup die nötige Süße und Frische.

Der Limettensaft bringt die Süß-Säure Balance ins Gleichgewicht und durch die Gurke, Minze und Himbeeren werden die sommerlichen Nuancen leicht unterstützt.


Ihr gebt die oben stehenden Zutaten in das Glas mit dem frischen Eistee und verrührt diese.

Da nun erneut Eis hinein gegeben wird, ist es wichtig, das hier, wie zu Beginn beschrieben, die doppelte Menge Tee nehmt.

Zum Abschluss wird der Eistee dekoriert und garniert und kann jetzt in der Sonne genossen werden :)


Ich wünsche Euch viel Spaß beim "Grüntee-Eistee-Trinken".


Tea Master Leroy

Leroy Henze, 24

Jüngster Tea Master Gold 2018

Ernährungsberater/Nutrition Coach

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