Königliche Tea Time 2/2

Aktualisiert: 5. Sept 2019

Wie vor einigen Wochen im Bericht über die Teeschulung im Les Trois Rois in Basel versprochen, möchte Ich Euch diesen Freitag die Tea Time, also den Afternoon Tea in diesem Grandhotel vorstellen.


Das war mir eine Herzensangelegenheit, denn ich verspüre echt sehr große Gastfreundschaft und deshalb verbinde ich diese Tea Time selbstverständlich mit meinem Besuch in Straßburg von letzter Woche, ich denke Ihr erinnert Euch.


https://www.teamasterleroy.com/blog

1h10 min von Straßburg mit der Bahn entfernt liegt Basel und da ich dort sowieso umsteigen musste, um wieder Back to Berlin zu reisen, war die Messe schon gelesen :)

Ich betrat das Les Trois Rois als wäre es gestern gewesen, einfach ein tolles Haus. Die Tea Time wird mit Tees von L‘Art du Thé begleitet, mit denen ich bereits bei der Schulung arbeiten durfte.

Doch nun teste ich diese aus Sicht eines Gastes.

Der Preis liegt bei 69 CHF pro Person, das klingt erstmal viel, aber es ist ein Glas Ruinart 0,1L, eine Etagere mit Sandwiches, Scones und hausgemachten Petit Fours, Tee oder Kaffee sowie ein Digestif inkludiert. Rein theoretisch kann ich nochmal an Speisen in den zwei Stunden nachbestellen, aber das ist irgendwann auch zu viel.


Das ist natürlich kein Schnäppchen, aber dennoch ein sehr fairer Preis, in London war es deutlich teurer, in Berlin, aber dafür günstiger, doch wenn die Qualität so ist, wie sie in den Häusern, in denen ich es ausprobierte, war, dann völlig in Ordnung.



High-Tea technisch ist Berlin leider im Vergleich dazu noch in den Babyschuhen..

Ich wurde zu meinem reservierten Tisch begleitet, der direkt mit einem traumhaften Rheinblick verbunden war, ein echter Pole-Position Tisch.

Aus hitzetechnischen Gründen wurde auf eine Etagere verzichtet und die Tea Time in Gängen auf kleinen Tellern serviert, das war gut, denn man kennt es, wenn die süßen Sachen oder die Clotted Cream in der Sonne stehen. Zu Beginn bekam ich erstmal ein Gläschen Wasser und den Champagner, bevor ich mich für einen japanischen Sencha entschied.

Der erste kleine Teller war ein Obstspieß, hervorragend zum fruchtigen Champagner und dem Tee und ein Ei-Tatar Brötchen.

Der Sencha, der aus Japan stammte, hatte eine überzeugende Leichtigkeit, eine kühle Frische und nussige Note(bei japanischen Grüntees eher selten). Die Qualität war 1A und super bereits fertig am Tisch aufgebrüht.

Als nächste Komponente starteten wir mit den Sandwiches (Thymian-Paprika Creme, Lachs mit Spinat-Brot, Käse mit Tomaten-Brot und Gurke mit Safran Brot. Natürlich hätte ich zu den Sandwiches auch einen Schwarztee bestellen können, aber ich wollte in der Grüntee-Liebhaber Schiene bleiben :)



Als nächster Gang kam ein Überraschungsmoment, ein Himbeer-Mango Mousse mit einer nicht zu süßen Gelee Schicht oben on top.

Sehr schön, bevor es dann zu den Scones ging, bei denen man sehr viel falsch machen kann... Hier aber nicht, ein Basler Rezept mit importierter Clotted Cream, eine Creme aus unpasteurisierter und unhomogenisierter Milch, also roher Kuhmlich, Sahne , die komplett erwärmt wird. Die obere Schicht ist dann sozusagen "clotted", also geklumpt.. Ein sehr hoher Fettgehalt, passt aber hervorragend zu der hausgemachten Erdbeer-und Aprikosenkonfitüre.



Währenddessen wählte ich dann einen New Zealand Oolong, also einen teilfermentierten Tee, der zwischen 7% und 70% mit Sauerstoff reagiert.

Dieser hier weist eine enorme Cremigkeit und Leichtigkeit auf, die gut zu den Scones und zu den Petit Fours passt. Auf der Petit Four Ebene bekam ich einen Eclair, eine Erdbeertarte und zwei Macarons, sowie eine Zitronentarte präsentiert und wäre das nicht schon genug, versüßte ich mir den Abschluss mit einem 15-jährigen Madeira Port, zwei hausgemachten Pralinés und einem Espresso.





Ja der Espresso muss auch mal für Tea Master sein, da ich eine Kaffeenuance mit ins Spiel bringen wollte, die ich bei keinem der Tees hätte so bekommen können...



Ganz ehrlich: Ich glaube, dass man eine solche Liebe zum Detail, eine solch ausgepfeilte Aufmachung der TeaTime nur in ausgewählten Häusern bekommt. Es stimmt wirklich alles !

Das einzige, was ich mir persönlich noch für die Gäste wünsche , ist ein Teewagen, damit man an den Tees schnuppern oder riechen kann, um nicht mehr oder weniger blind zu entscheiden,was nicht allzu schlimm ist, da man sich nicht für einen festen Tee entscheidet und immer wieder variieren kann.

Alles in allem bin ich einfach sehr happy und zufrieden, eine solche TeaTime genießen zu dürfen, natürlich auch hier aus Sicht eines Tea Masters immer mit einem anderen Auge, aber es gibt hier wirklich überhaupt nichts zu meckern.

Vielen Dank an das gesamte Team des Grandhotels Les Trois Rois

Mir wurde der Nachmittag im wahrsten Sinne des Wortes versüßt.

Falls Ihr noch Ideen oder Wünsche habt, über was Ihr einen Bericht lesen möchtet, ob es ein Restaurant, ein Teeladen, oder ein Anbaugebiet ist, bitte lasst es mich wissen, denn nur so kann ich die Blogbeiträge mehr in die Richtung Eurer Wünsche bringen.


https://www.instagram.com/leroyhenze/

oder schickt mir eine Mail an management@teamasterleroy.com

und freut Euch weiterhin auf tolle Projekte.


Bis nächsten Freitag


Euer Tea Master Leroy

Leroy Henze, 24

Jüngster Tea Master Gold 2018

Ernährungsberater/Nutrition Coach

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