Brüssel- Bier, Schokolade und Waffeln Teil 1/2

Goede Dag , bonjour liebe Teefreunde,


gerade noch in Paris, jetzt schon in Brüssel und morgen München, das ist ja unglaublich...

Einige bezeichnen dies als Jetsetterleben, ich als Spaß an der Arbeit und am Genuss im Teebereich.


Eine sehr wichtige Sache möchte ich Euch direkt mit auf den Weg geben:

Viele hetzen nur von Termin zu Termin, von Reise zu Reise, aber genießen den Augenblick dahinter gar nicht.

Bitte tut mir einen Gefallen, freut Euch auf Eure Reisen, aber genießt sie, denn was passiert, wenn die drei Tage Aufenthalt vorbei sind?

Die nächste Reise steht an und Ihr habt den Moment des Erlebens nicht genutzt!



Nun zu meinem heutigen Thema:

Was hat Tee mit Brüssel zu tun?

Das ist eine sehr gute Frage und genau deshalb habe ich diese Stadt für Euch besucht, um herauszufinden, inwiefern Belgien Tee kann.

In den meisten Touriheften liest man ständig nur Europa-Parlament,Bier, Schokolade und Manneken Pis, aber was steckt hinter der Fassade?


Die Region Brüssel ist ein mehrsprachiges Gebiet mit zwei Amtssprachen, Französisch und Niederländisch.

Mit Brüssel im Allgemeinen kann auch die Hauptstadtregion mit den 19 Gemeinden gemeint sein.


Die wichtigsten Institutionen der Europäischen Union haben ihren Sitz im Europaviertel Leopold in Brüssel.

Vielleicht ganz kurz etwas zu der Geschichte, denn in Zeiten der Industrialisierung erlebte Brüssel oder sogar Belgien im Spezifischen einen extremen wirtschaftlichen Aufschwung.


Die Bevölkerung wuchs deutlich, natürlich auch aus den französischen Randgebieten.

Das habe ich auch auf meiner Reise gemerkt, denn in den Gebieten rund um Brüssel spricht man französisch, in den Gebieten rund um Brügge oder Zwischengebieten wird eher niederländisch oder flämisch gesprochen.


Große neue Stadtteile kamen im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert hinzu.

Unter anderem entstanden dann in dieser Zeit große Gebäude wie der Palais de Justice(Justizpalast), die Börse oder auch der Brüsseler L'Arc de Triomphe.


In diesen beiden Blogteilen habe ich festgestellt, dass Brüssel eine Stadt ist, die man näher erkunden muss.

Die von mir aufgegriffenen Stationen beinhalten einen tollen Mix aus klassischem Touristenprogramm und dem detaillierten Blick eines Tea Masters:

Die erste Station ist das Maison Dandoy, das genauso wie die Stadt zunächst die Gauffre(Waffeln) mit Schokoladensauce, Schokostreuseln und Chantilly(Sahne) anpreist, doch wenn man genauer hinschaut, eröffnet sich die Möglichkeit eines kleinen Tea Rooms.


In meiner ersten Station zeigt sich das Phänomen sehr gut, dass ich die Stadt genauer erkunden sollte, da ich, wie Ihr mittlerweile wisst, nicht der Süßigkeitenfreund und kein Biertrinker bin.

Eigentlich keine guten Voraussetzungen, um eine solche Stadt zu genießen, doch eben solche Überraschungen machen die Reisen interessant.


In meinen vorherigen Berichten habe ich immer wieder erwähnt, dass der Tee in Amsterdam das erste Mal nach Europa gekommen ist, doch interessanterweise hätte es genauso gut Belgien sein können.


1134 entstand Brügge zum Beispiel über einen Seearm der Nordsee, woraus aufgrund einer Flut ein Zwin(Wasserlauf)entstand.

Dementsprechend konnte man generell sehr gut am Fernhandel teilnehmen, doch zum Ende des 15. Jahrhunderts versandete der Zwin leider.

Brügge im spezifischen war damit von der Nordsee komplettabgeschnitten.


Es wurde sich dementprechend nach Antwerpen weiterorientiert, das näher an den Niederlanden dranlag und somit irgendwann dann nach Amsterdam überschwappte, so auch mit dem Teehandel.

Zurück zu meiner ersten Station:

Wir wurden nach einer Wartezeit nach oben in den kleinen Teeraum gebeten, in dem uns die Kombination aus Waffeln und Heißgetränken erwartete.

Ich entschied mich nur für einen Genmaicha-Sencha-Matcha, eine sehr interessante Kombination.


Die Qualität war überraschend gut, der Geschmack sehr intensiv, schöne grasige Nuancen und nussige Abgänge.

Die gerbstofflastige Note des Matchas stand im Vordergrund, doch harmonierte durchaus mit der gerösteten Note vom gerösteten Vollkornreis im Genmaicha.


Ich war sehr zufrieden mit meinem Tee, doch mit dem Service war ich ganz und gar nicht zufrieden, sehr lange Wartezeiten, und ein meiner Meinung nach lieblos eingerichteter Raum.

Weder Tischdecken, noch Blümchen oder Vorhänge schmückten den Laden und das ist etwas schade, denn in einer solchen Location, einem an sich sehr beliebten und tollen Laden, sollte etwas mehr Liebe für das Detail geboten werden.


Das Konzept der Waffeln+Topping, egal in welcher Richtung auch immer, bestimmt die belgische Hauptstadt.

Der Tee auf der Karte bietet ein sehr großes Spektrum, eine große Möglichkeit zur Vielfalt und ein spannendes Tee-Konzept, doch leider muss die auch im Service gelebt werden, doch leider zieht sich das durch die ganze Stadt, dass hier nicht der Hauptfokus liegt.

Die zweite Station und damit letzte für diesen Teil ist offensichtlicher im Bereich Tee, denn im Hotel Amigo by Rocco Forte wird ein sogenanntes Belgian Afternoon Treat angeboten.

https://www.telegraph.co.uk/travel/destinations/europe/belgium/brussels/hotels/hotel-amigo/


Das Prinzip beschreibt eine Tea Time mit belgischen Einflüssen in Bezug auf Schokolade und Süßigkeiten.

Auch hier wieder der offensichtliche Part der Schokolade mit dem Tee beim zweiten Blick.


Ich entschied mich für einen grünen Tee, leider ohne weitere Beschreibung, ich würde von einem Lung Ching ausgehen, für einen Sencha viel zu nussig.

Leider wurde der Tee auch nur im Teebeutel angeboten, jedoch schmeckte er gut!


Eine Teekanne, oder eher eine Teetasse war in der Tea Time inkludiert, aber in einem solchen Luxushotel erwarte ich einen Top-Teeservice, zumal es ja TEA(!) Time heißt.

Eine gute Blattqualität mit schönen Aromen, die herauszuschmecken waren.

Die Tea Time generell ist eine sehr schöne Erfindung.


A propos Erfindungen, und das in Brüssel, das bis heute die Welthauptstadt der Comics ist.

Es wurden zum Beispiel die Schlümpfe, Tim und Struppi oder auch Asterix erfunden.


Die Tea Time im Übrigen war sehr schön angerichtet, es schmeckte alles sehr lecker:

Untere Etage:

Croque monsieur, Lachsbruschetta


Mittlere Etage:

Macarons mit Pistazie, Cointreau-Zitronen Tarte, Hummus


Obere Etage:

Apfeltarte,Schokolavaküchlein


Mit ein bisschen mehr Liebe zum Detail wäre das im Teebereich überragend gewesen, doch auch für diesen Preis von 25€ ohne Champagner oder 35€ mit Champagner kann man nicht meckern.


Alles in allem muss ich sagen, zeigt sich Brüssel an diesem Beispiel super, denn offensichtlich eine Bier-,Schokoladen- und Comicstadt, mit dem zweiten Blick aber sehr teebegeistert.


Ihr könnt Euch nächste Woche auf den zweiten Teil der Brüssel-Reise freuen!

Falls Ihr noch Ideen oder Wünsche habt, über was Ihr einen Bericht lesen möchtet, ob es ein Restaurant, ein Teeladen, oder ein Anbaugebiet ist, bitte lasst es mich wissen, denn nur so kann ich die Blogbeiträge mehr in die Richtung Eurer Wünsche bringen.

https://www.instagram.com/leroyhenze/

oder schickt mir eine Mail an management@teamasterleroy.com

und freut Euch weiterhin auf tolle Projekte.


Bis nächsten Freitag


Euer Tea Master Leroy


Leroy Henze, 24

Jüngster Tea Master Gold 2018

Ernährungsberater/Nutrition Coach

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